Mein persönlicher Jahresrückblick

Das Jahr 2020 neigt sich dem Ende entgegen. Dieses Jahr hat uns alle vor große Herausforderungen gestellt. Waren wir in der Neujahrsnacht noch voller Vorfreude auf das was das neue Jahr uns bringen wird, so müssen wir heute am Ende des Jahres feststellen, dass es ein Jahr war, dass unser aller Leben auf den Kopf gestellt hat.

Zwar hörten wir zu Beginn des Jahres schon etwas über ein neues Virus, welches in Wuhan in China zahlreiche Todesopfer gekostet hat, aber China war ja weit weg. Im Januar und Februar lief unsere Leben noch normal. Doch das änderte sich schlagartig Anfang März. Da nahm auch bei uns das Virus Fahrt auf und wir gingen in den Lock down. Die Geschäfte, Gaststätten, Kultureinrichtungen, Schulen und Kindergärten wurden geschlossen, das gesellschaftliche Leben auf Null gefahren. Ab 16. März gab es Home schooling. In den Schulen wurden Notbetreuung für Kinder angeboten, deren Eltern in systemrelevanten Berufen arbeiteten. Alles Begriffe, die wir bis dahin noch nicht kannten.
Die nächsten Wochen waren für alle, vor allem für die älteren Mitbürger, Bewohner von Senioren- und Pflegeeinrichtungen, die Pflegekräfte, Ärzte, aber auch für Lehrer, Schüler und Eltern eine große Herausforderung. Alle wuchsen über sich selbst hinaus.

Ich hätte mir nie träumen lassen, dass ich jemals ein Lernvideo für meine Kinder herstellen werde. Doch der Mensch wächst ja bekanntlich mit seinen Aufgaben. Und so entdeckte auch ich das Internet zunehmend für meine berufliche Arbeit. Den Kontakt zu den Schülern und Eltern hielt ich nicht nur per Mail und telefonisch aufrecht, sondern vor allem mittels Skype , Facetime oder WhatsApp Video. Leider war die allergrößte Herausforderung hier oftmals die fehlende Netzkapazität. Da die Leitungen nicht stabil waren und so der Belastung nicht standhielten, wurden die Videokonferenzen oft unfreiwillig beendeten.
Als wir dann in das Wechselmodell übergingen, konnten die Kinder wenigstens an einigen Tagen ihre Schulkameraden wiedersehen. Persönliche Kontakte sind für alle wichtig, aber für Kinder noch weitaus mehr als für uns Erwachsene. Deshalb war auch die Abstandsregel von seinerzeit 2m kaum umsetzbar.
Als dann der Präsenzunterricht wieder losging, war die Freude auf allen Seiten groß und wir dachten schon, wir hätten das Corona- Virus überstanden. Doch weit gefehlt. Nach den Herbstferien traf es uns dann wieder mit voller Härte. Nun sitzen wir wieder im Distanzunterricht, wie es jetzt heißt. Ein Ende ist bisher noch nicht abzusehen.

Doch die Pandemie trifft vor allem die Künstlerinnen und Künstler ebenso wie die Veranstaltungsbranche und Solo- Selbstständigen am härtesten. Auch die Gastronomen bangen um ihre Existenz. Nun ist die Politik gefordert, dafür zu sorgen, dass die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass nach dem Lockdown auch diese Branchen eine Zukunft haben.
Auch wenn nicht wir nicht alle mit allen von der Regierung getroffenen Maßnahmen einverstanden sind, so hilft uns meiner Meinung nach nur eines aus der Krise- Zusammenhalt, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein für uns, unsere Familien, Freunde, Verwandte, Bekannte und alle Mitmenschen. 

Doch es gab für mich diesem Jahr auch einige positive Entwicklungen. So haben sich wir FDP Stadträte uns von der CDU gelöst und sind aus der CDU/FDP Fraktion ausgetreten. Nun bilden wir eine gemeinsame mit der Tierschutzpartei. Schon in den ersten Wochen in dieser neuen Fraktion kann ich für mich feststellen, dass dies ein guter und richtiger Schritt war. Die Stadtrats- und Fraktionsarbeit in der Fraktion FDP/ Tierschutzpartei macht richtig Spaß.
Viele Entscheidungen wurden in letzter Zeit im Stadtrat getroffen. Über einige habe ich mich geärgert über andere gefreut. Vor allem der Kompromiss, den die bildungspolitischen und baupolitischen Sprecher der Fraktionen nach stundenlangen Diskussionen zum Thema „Schulneubau in Ostelbien“ hatten, wurde so auch im Stadtrat gemeinsam beschlossen. Ich würde mir diese Art der Zusammenarbeit auch zukünftig wünschen- fraktionsübergreifend, frei von parteipolitischen Spielchen, für Magdeburg.

Auch unser Arbeit in der Bürgerinitiative "Fragt uns doch!", ging in diesem Jahr weiter. Trotz Corona blieben wir am Ball. Einige unserer Mitglieder nahmen am Besuch einer Biovergäranlage in Dessau teil.Fazit: Wir wollen und brauchen keine Biogasanlage in Magdeburg /Ottersleben. Bis jetzt gibt es keinen Stadtratsbeschluss zum Bau. Das ist doch auch schon mal ein Erfolg.

Ich möchte hier auf diesem Wege allen danken, die mich in dieser verrückten Zeit unterstützt haben. Ganz besonders danke ich hier allen Eltern, meinen Kollegen, meinen Stadtratskollegen, von denen mich einige jedoch öfter an meine Grenzen bringen, sowie den Mitgliedern der Bürgerinitiative „Fragt uns doch!“, allen voran Olivia Ulrich-Spieß und Malermeister Schumann. Ich verspreche euch, auch im kommenden Jahr werde alles tun, um die von mir übernommenen Aufgaben pflichtbewusst zu erledigen. (Liebe Mitglieder der BI: Wir bleiben dran!)

Man sagt, Weihnachten werden Wünsche wahr.

Deswegen wünsche ich Ihnen allen ein besinnliches Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben und einen guten Rutsch in ein gesundes, erfolgreiches hoffentlich coronafreies, gesundes neues Jahr.

Uns allen wünsche ich, dass die Normalität wieder in unseren Alltag Einzug hält, dass wir endlich wieder Kultur genießen können (mir fehlen Kunst und Kultur schon sehr), wir uns wieder in gemütlicher Atmosphäre mit unserer Familie, Freunden und Bekannten im Cafe‘, Restaurant oder im Biergarten treffen können und wir vielleicht auch Im Sommer wieder verreisen dürfen.

BLEIBEN SIE GESUND!
Das wünscht Ihnen /euch recht herzlich
Carola Schumann

Das Geheimnis der Weihnacht besteht darin, dass wir auf der Suche nach dem großen und außergewöhnlichen auf das unscheinbare und kleine hingewiesen werden.
(Verfasser unbekannt)

                         
                          Bild: Jonathan B.

 

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