Brief an den Minister für Bildung M.Tullner

Sehr geehrter Herr Minister,

in dieser für uns alle schwierigen Zeit wenden wir Stadträte uns an Sie, um unserer Besorgnis über den Umgang mit der Pandemie an unseren Schulen Ausdruck zu verleihen. Aus vielfältigen Gesprächen mit Eltern und ihren Vertretungen, Pädagogen, Erziehern und Anderen wissen wir, dass diese verunsichert sind und Ängste haben. Diese Ängste beziehen sich dabei nicht nur auf ihre Kinder, sondern auf ihre gesamte Familie. Sie sorgen sich um die Großeltern, Familienangehörige, die Risikopatienten sind, aber auch um ihre eigene Gesundheit.

Natürlich wissen wir, dass es auch für Sie als zuständiger Minister zunehmend schwieriger wird, mit den Entwicklungen standzuhalten und sehen Ihre Bemühungen die Schulen möglichst lange uneingeschränkt offen zu halten. Dies geschieht in unserer Wahrnehmung auch auf die Gefahr hin, dass dies zu Lasten der Gesundheit von Kindern und Erwachsenen geht.

Aufgrund der immer steigenden Covid-19-Infektionen auch in Sachsen-Anhalt möchten wir deshalb nun von Ihnen wissen, welche weiteren wirksamen Maßnahmen an den Schulen aus Ihrer Sicht zu treffen sind, um die Eindämmung der Corona-Epidemie zu verstärken.

Unserer Meinung nach wäre die Bildung kleinerer Gruppen im Wechselmodell hilfreich. Das funktioniert auch in den Grundschulen, wenn beispielsweise jedes Kind an zwei Tagen Unterrichtet hat und an den anderen Tagen Aufgaben zuhause löst. Auch andere Maßnahmen sind denkbar. So könnte der Schulbetrieb entzerrt werden, indem die Schulen in größeren Städten zu unterschiedlichen Zeiten beginnen, um eine Enge in den öffentlichen Verkehrsmitteln kurz vor Schulbeginn zu vermeiden.

Die Lage ist ernst. Die Aussage, dass Schulen keine Treiber sind, kann in dieser Form nicht aufrechterhalten werden.
Bitte schenken Sie der aktuellen Stellungnahme der in Halle ansässigen Leopoldina zum Lockdown im Schulbetrieb und den Aussagen von Virologen aus dem eigenen Land respektive denen des Direktors des Instituts für Medizinische Mikrobiologie des Universitätsklinikums Halle, Prof. Dr. Alexander Kekule mehr Beachtung und beziehen sie diese in Ihre Betrachtungen mit einbeziehen.

Zitat: "An weiterführenden Schulen gebe es schwerste Ausbrüche. Jugendliche Schüler seien ganz starke Treiber der Pandemie. Das ist ohne Wenn und Aber erwiesen."

Bitte handeln Sie auch in Sachsen-Anhalt danach.

Mit freundlichen Grüßen

gezeichnet

Stadträtin Carola Schumann, bildungspolitische Sprecherin Stadtratsfraktion FDP/Tierschutzpartei

Stadtrat Christian Hausmann,
bildungspolitischer Sprecher
SPD-Stadtratsfraktion

Stadtrat Dennis Jannack, bildungspolitischer Sprecher Stadtratsfraktion DIE LINKE

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